Immer wieder liest und hört man, dass Bauchfett gefährlich sei, ein paar Kilos zu viel auf den Hüften aber nicht weiter schaden würden. Aber warum ist das so? Und kann man gezielt am Bauch abnehmen?

Abnehmen am Bauch. Hier: Bauch mit Burger und Pommes im Vordergrund.
Abnehmen am Bauch: Kann man gezielt Bauchfett verlieren?

Böses Bauchfett, gutes Hüftgold?

Der menschliche Organismus produziert zwei Arten von Fettgewebe – viszerales und subkutanes Fett. Während das subkutane Fett, das Unterhautfettgewebe, sich sichtbar an vielen Körperregionen abzeichnet – im Gesicht, an Armen, Beinen, Bauch und Po – liegt das viszerale Fettgewebe in der Bauchhöhle rund um die Organe. Subkutanes Fett ist, solange es nicht die Beweglichkeit einschränkt, eher gesundheitsfördernd: Es setzt Hormone frei, die die Arterien schützen und den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht halten können.1

Die Funktion des viszeralen Fettgewebes hingegen ist noch unzureichend geklärt. Es umgibt Leber, Darm und andere Organe und ist sehr stoffwechselaktiv. Als größtes Drüsenorgan des Körpers produziert es über 200 Botenstoffe. Vermutlich dient es als schneller Energielieferant und schützt vor Krankheitserregern. Dennoch überwiegen seine negativen Eigenschaften.

1. Bauchfett fördert Diabetes-Risiko

Fangen wir beim Adiponektin an. Volle Fettzellen produzieren weniger des Hormons. Und der Adiponektin-Mangel führt zu einer Kettenreaktion: So schwächt der niedrige Adiponektin-Spiegel das Insulin in seiner Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel zu senken. Andere Botenstoffe, die das viszerale Fettgewebe absondert, fördern ebenfalls die Insulin-Resistenz und der Blutzuckerspiegel steigt. Dadurch muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker-Spiegel konstant zu halten. Was wiederum dazu führen kann, dass die Zellen, die Insulin produzieren, erschlaffen. Diabetes Typ II entsteht und Insulin muss medikamentös dem Körper zugeführt werden.

2. Bauchfett fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine erhöhte Insulin-Ausschüttung hat weitere Konsequenzen. Denn Insulin kann die Fettzellen blockieren, sodass der Körper zeitweise die Fettverbrennung aussetzt. Die Folgen können ein erhöhter Cholesterin- und Triglyceridspiegel sowie eine Fettleber sein. Ein Teufelskreis: Denn die erhöhten Blutfettwerte führen in Kombination mit einem hohen Blutzuckerspiegel zu Bluthochdruck und Arterienverhärtung (Atherosklerose ), was in den Industrieländern die häufigste Todesursache ist.²

Wenn die Arterien verhärtet sind, steigt das Risiko für Blutgerinnsel, die zu Infarkten führen können. Aber das Bauchfett fördert auch auf direktem Weg die „Arterien-Verkalkung“: So gibt es Botenstoffe ab, die den Körper in den Zustand einer chronischen Entzündung versetzen (Zytokine). Falls nicht schon zuvor Bluthochdruck diagnostiziert wurde, bringt ihn jetzt die Atherosklerose mit sich. Und Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bis um das Zehnfache.³

Weitere Botenstoffe, die das Bauchfett ausschüttet  (Plasminogen-Aktivator-Inhibitoren), legen die Fibrinolyse lahm, ein Körperprozess, der das Blut flüssig hält und Blutgerinnsel auflöst. Auch auf diese Weise können Thrombosen und Embolien entstehen.

3. Bauchfett fördert Demenz

Die Verkettung der Krankheiten, die mit Bauchfett in Verbindung stehen, reicht noch weiter. So können Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes das Demenzrisiko steigern. Zudem erkannte eine Studie einen direkten Zusammenhang zwischen Hirnvolumen, Demenzrisiko und Bauchfett.4

Als wäre das nicht genug, haben Forscher vor ein paar Jahren herausgefunden, dass Bauchfett auch Krebs fördern kann.5

WhtR ist der neue BMI

Ab wann man am Bauch abnehmen sollte.

Es scheint offensichtlich: Auch wenn ein Bauch Gemütlichkeit ausstrahlt, hat er eine Reihe ungemütlicher Krankheiten zur Folge, oder? Nein, ganz so einfach ist es nicht. Denn das gefährliche Bauchfett ist nicht direkt sichtbar und erst ab einem bestimmten Bauchumfang zu erahnen. So können auch Menschen mit relativ flachem Bauch unter verfetteten Organen leiden. Ebenso können Menschen mit Bäuchlein vollkommen gesund sein. Aufschluss gibt hier eine Blutanalyse, die Blutzucker- und Blutfettwerte bestimmt. Eine erste Selbstdiagnose kann man durch den WHtR (Waist-to-Height-Ratio) stellen: Man errechnet ihn, indem man die Körpergröße durch den Bauchumfang teilt. Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt der WHtR viel verlässlicher als der BMI darüber Aufschluss, ob der Körperfettanteil bedenklich ist. Schließlich können auch Menschen mit viel Muskelmasse einen hohen BMI haben.6

Für die Ermittlung des WHtR sollte man den Bauchumfang morgens in nüchternem Zustand messen, indem man das Maßband am Bauchnabel auflegt. Folgende Messwerte geben an, wann ein Mensch tatsächlich übergewichtig oder fettleibig ist.7

16 bis 40-Jährige:
 < 0,40:  Untergewicht
0,40-0,50:  Normalgewicht
0,51-0,56:  Übergewicht
0,57-0,68:  Fettleibigkeit
> 0,68: Schwere Adipositas

Über 50-Jährige:
< 0,40:  Untergewicht
0,40-0,60:  Normalgewicht
0,61-0,66:  Übergewicht
0,67-0,78:  Fettleibigkeit
> 0,78:  Schwere Adipositas

Bauchfett bekämpfen: Kann man gezielt am Bauch abnehmen?

Nein, man kann an keiner Körperstelle gezielt abnehmen, denn wo man Körperfett ansetzt, bestimmt die genetische Veranlagung. Doch die gute Nachricht ist: Bei einer Fettreduktion verliert man zuerst das Bauchfett. Um den Fettanteil im Körper und damit das Bauchfett zu reduzieren, empfiehlt sich eine kohlenhydratarme Low-Carb- oder Slow-Carb-Ernährung, die gleichzeitig auf Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien setzt. In Kombination mit Ausdauer-Sport, z.B. Jogging, werden Erfolge schneller sicht- und messbar. Kraftsport und Bauchmuskel-Training beugen vor, dass Muskeln abgebaut werden und die Haut nach der Gewichtsabnahme schlaff hinunterhängt. Je nachdem, ob Übergewicht besteht oder nicht, sollte man auch die Kalorienaufnahme reduzieren. Das gelingt zum Beispiel mit Trinkkost Fruity Slim, das das Sättigungsgefühl fördert und den Körper mit allen wichtigen Vitaminen versorgt.

1 http://www.nature.com/ijo/journal/v34/n6/abs/ijo2009286a.html

2 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21855697

3 http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1012848?query=featured_home

4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20695006

5 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23201597

6 http://www.med.uni-muenchen.de/forschung/schwerpunkte/gesellschaft/artikel_koerperfett/index.html

7 http://www.gesundheit.ch/whtr/