Er ist der Grauen aller Abnehmwilligen – der Jojo-Effekt. Eine wissenschaftliche Studie zeigt auf, wie er vermieden werden kann.

Was ist der Jojo-Effekt?

Der Jojo-Effekt bezeichnet das Phänomen einer ungewollten schnellen Gewichtszunahme nach einer Diät, sodass nach wenigen Tagen das Ausgangsgewicht wieder erreicht ist oder das Gewicht sogar höher liegt. Das Bild des Jojos umschreibt den Effekt, dass sich das Gewicht wie bei einem Jojo nach oben und unten bewegt, aber nicht konstant gehalten werden kann.

 

Wie kann man den Jojo-Effekt vermeiden?

In einer groß angelegten Studie hat sich 2010 zum ersten Mal ein internationales Forscherteam mit dem Phänomen eingehend beschäftigt: Um herauszufinden ob, und wie sich der Jojo-Effekt vorbeugen lässt, haben die Wissenschaftler 772 Familien in verschiedenen europäischen Ländern begleitet. Finanziert wurde die Studie hauptsächlich von der Europäischen Union. Denn die Zahl der Fettleibigen ist in den meisten Mitgliedsstaaten besorgniserregend und mit erhöhten Gesundheitskosten verbunden.

Ihre Schlussfolgerungen veröffentlichten die Wissenschaftler, darunter Professoren der Universität Kopenhagen, in einer Empfehlung im „New England Journal of Medicine“1. In dem ausführlichen Editorial von Mitarbeitern des Children’s Hospital in Boston erläutert unter anderem Dr. David Ludwig, Professor an der Harvard Medical School, die Studienergebnisse.2

 

Es ist Glyx im Spiel

Um dem Jojo-Effekt auf den Grund zu gehen, setzten die Forscher der sogenannten Diogenes-Studie die erwachsenen Teilnehmer auf eine achtwöchige Diät, bei der sie täglich nur 800 Kilokalorien zu sich nehmen durften. Nach acht Wochen hatten sie durchschnittlich 11 Kilogramm Körpergewicht verloren. Daraufhin teilten die Forscher die Teilnehmer in insgesamt fünf Gruppen ein, deren Ernährung sich im Eiweißgehalt und dem glykämischen Index (dem Wert, wie schnell Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen) unterschied:

  • Gruppe 1: Eiweißarme Kost mit hohem glykämischen Index oder Glyx (GI).
  • Gruppe 2: Eiweißarme Kost mit niedrigem GI
  • Gruppe 3: Eiweißreiche Kost mit niedrigem GI
  • Gruppe 4: Eiweißreiche Kost mit hohem GI.
  • Gruppe 5: Kontrollgruppe, der die Ernährung weitgehend freigestellt wurde.

Nach sechs Monaten hatten alle Studienteilnehmer im Gesamtdurchschnitt wieder 0,5 Kilogramm an Gewicht zugelegt, doch zwischen den Gruppen gab es signifikante Unterschiede. So nahmen die Probanden der Gruppe 1, die weitgehend auf Eiweiß verzichteten und bei denen Lebensmittel mit hohem GI auf dem Speiseplan standen, im Schnitt 1,7 Kilogramm zu. Im Unterschied dazu brachten die Teilnehmer der Gruppe 3, die eine eiweißreiche Diät mit niedrigem glykämischen Index befolgten, nur wenige hundert Gramm mehr auf die Waage. Sie konnten ihr zuvor reduziertes Gewicht relativ konstant halten. Ein weiterer positiver Effekt zeigte sich in Gruppe 3 bei der Zahl der Studienabbrecher: So schafften 75% der Gruppenprobanden, sich bis zum Studienende an die Ernährungsvorgaben zu halten. Hingegen brachen aus den anderen Gruppen 37% der Teilnehmer die Studie vorzeitig ab.

 

Was Wissenschaftler empfehlen

Ergebnis der Studie ist, dass eine Ernährung, bei der eiweißhaltige Kost, wie mageres Fleisch, Fisch und fettarme Milchprodukte, die Basis bilden, am wirkungsvollsten einen Jojo-Effekt vorbeugen kann. Ergänzend sollten Kohlenhydrat-Lieferanten wie Vollkorn-Produkte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst mit niedrigem glykämischen Index auf dem Speiseplan stehen, während auf Süßes und Fettiges weitgehend verzichtet werden sollte.

Auch Trinkkost empfiehlt einen Diätplan auf Protein-Basis und Lebensmitteln mit niedrigem Glyx. Zudem geben wir Empfehlungen, wie sich Heißhunger vermeiden lässt, der häufig mit verantwortlich für den Jojo-Effekt ist.

1 Thomas Meinert Larsen, Ph.D., Stine-Mathilde Dalskov, M.Sc.,Marleen van Baak, Ph.D. u.a.: Diets with High or Low Protein Content and Glycemic Index for Weight-Loss Maintenance. In: The New England Journal of Medicine. 2010; 363. S. 2102-13.

2 Ebd. S. 2159-61.