Massentierhaltung ist Tierquälerei, das steht außer Frage. Wer noch ein Argument für Bio-Produkte braucht: Die Bio-Vorgaben bezüglich Milchviehhaltung und Futtermittel wirken sich erheblich auf die Qualität der Milch-Inhaltsstoffe aus. So enthält Bio-Milch bis zu doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren wie Milch aus Massentierproduktion und ein sehr gutes Verhältnis von Omega-6: zu Omega-3-Fettsäuren. Weidemilch schnitt hingegen im Test beim Omega-3-Gehalt weniger gut ab. Doch warum ist das so?

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Ist Biomilch wirklich besser?

Nach einer US-amerikanischen Studie über 18 Monate enthält biologisch produzierte Milch 25 Prozent weniger Omega-6-Fettsäuren, aber 62 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren als Milch aus konventioneller Landwirtschaft. Total entspricht das bis zu zehn Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Gramm Fett oder 228 Milligramm bei einem halben Liter Milch mit 3,8 Prozent Fett.

Dadurch verbessert sich auch das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren und zwar auf 2.5: 1. Dieses Verhältnis ist wichtig, weil ein zu hoher Anteil Omega-6-Fettsäuren die Umwandlung der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolen in andere wichtige Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) erheblich reduziert. Menschen, die kein Fisch essen, sind jedoch auf diese Umwandlung angewiesen. Denn DHA und EPA sind essentielle Fettsäuren, die unter anderem zu einer normalen Gehirnfunktion beitragen.

Milch Inhaltsstoffe: Futtermittel entscheiden über Omega-3-Gehalt

Bei Massentierhaltung stehen die Tiere häufig ganzjährig im Stall und bekommen in erster Linie Kraftfutter aus Mais und Soja, damit sie mehr Milch geben können. Zudem dürfen diese zugekauft werden, auch aus Anbau mit dem Einsatz von Gentechnik. Es sind jedoch die Gräser und Kräuter, die die Milch reich an Omega-3-Fettsäuren machen. Dann müsste doch eigentlich Weidemilch perse einen besonders hohen Omega-3-Gehalt haben, oder? Nein, nicht unbedingt.

Massentierhaltung Milchviehhaltung

Der Unterschied zwischen Weidemilch, Heumilch und Bio-Milch

Der Begriff Weidemilch lässt zunächst eine bessere Fütterung erahnen. Fakt ist jedoch, dass der Begriff ebenso wie Alpenmilch und Bergbauernmilch in Deutschland nicht geschützt ist. So müssen Sie auf der Packung das Kleingedruckte lesen, um zu erfahren, wie oft und wie lange die Kühe auf der Weide stehen. Meist sind es nur vier Stunden an 120 Tagen im Jahr. Was die Kühe die restliche Zeit fressen, ist damit vollkommen unklar.

Geschützt ist jedoch der Begriff Heumilch seit 2016: Dieser legt fest, dass die Kühe mindestens 75 Prozent ihres Futter Gras oder Heu ausmacht. Heumilch kann zugleich biologisch produziert sein, muss sie aber nicht. Beim Futteranbau können Pestizide und Gentechnik zum Einsatz kommen. Ebenso ist nicht jede Bio-Milch Heumilch.

In der Bio-Landwirtschaft sollen Landwirte mindestens 60 Prozent des Tierfutters selbst anbauen. Daher stehen Bio-Kühe meist auf der Weide und bekommen Heu. In den Ställen haben sie mindestens 50 Prozent mehr Platz. Mindestgrenze für die Fütterung mit Heu oder Gras sind 60 Prozent. Zudem gelten strenge Richtlinien bei der Gabe von Medikamenten. Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen ist verboten.

Milch Inhaltsstoffe bei Weidehaltung und biologischer Haltung

Milch Inhaltsstoffe im Test

Öko-Test untersuchte Heumilch, Weidemilch und konventionelle Milch im Labor. Dabei wies Weidemilch sogar teilweise einen niedrigeren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf. Nur das Bio-Siegel korrelierte mit einem höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, unabhängig davon ob Heu- oder Weidemilch auf der Verpackung stand. So erhielten alle Bio-Milchsorten von Ökotest ein gut oder sehr gut.