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Wie kommt man darauf ein Pulver zu entwickeln, das Nahrung ersetzen kann?

Der erste Gedanke kam mir damals im Studium, als mal wieder keine Zeit für etwas vernünftiges zu Essen war. Sowohl Menü als auch Länge der Schlange in der bewährten Mensa waren überhaupt nicht einladend. Der Gang zum Döner-Schrägstrich-Pizzamann, der meine Ernährung in den letzten Wochen des Praktikums zuverlässig sicherstellte, war auch keine Option mehr. Man roch schon selbst nach Döner, das Zeug hing einem zum Halse raus. Kann man da nicht was praktisches haben, was schnell geht und trotzdem gesund ist? Keine 5-Minutenterrine, keine Fertigpampe? Einen Shake wie ein Smoothie vielleicht? Im Stress des Studiums verflog die Idee, unter dem Lärmen meines oft knurrenden Magens.

Ein paar Jahre später …

Anscheinend haben noch mehr Menschen als ich den Wunsch nach einer effizienten, ausgewogenen Ernährung. Das Start-Up Soylent kommt in den USA raus. Das Versprechen? Ein Pulver für einen vollwertigen Nahrungsshake! Alles was man braucht! Und es schlug ein wie eine Bombe. Sehr viele Menschen teilten mein Problem, jeder auf ihre oder seine eigene Weise waren wir vereint in dem Wunsch nach effizienter Ernährung. Und dieser Wunsch gipfelte in einer so noch nie dagewesenen Crowdfunding-Kampagne, die Soylent aus dem Boden schießen lassen sollte.

Es dauerte nicht lange, und der Erfolg von Soylent fiel auch anderen auf. So findet man weltweit auf fast jedem Kontinent Unternehmen, die Soylent kopieren, und dabei manchmal nicht wirklich einfallsreich sind, wie zum Beispiel das europäische Joylent. Soylent und seine Abkömmlinge sind im Internet in aller Munde, es gibt mittlerweile Communities mit ganzen Do-It-Yourself-Anleitungen.

Was mir als Arzt sehr schnell auffiel: diese ganzen Shakes greifen auf günstige, synthetische Vitamine und Mineralien zurück. Das sieht zwar gut auf dem Etikett aus, aber ich weiß, dass der Körper diese synthetischen Stoffe nicht so gut verwerten kann.

Natürlich wissen das auch andere, und so hatte kurze Zeit später das amerikanisch-finnische Start-Up Ambronite sein Debut auf der internationalen Bühne der Nahrungsshakes. Hier ist alles echtes Essen, in BIO-Qualität. Verschiedene Mehle, Algen und andere Superfoods garantieren eine natürliche aber vollwertige Versorgung mit allen Vitaminen und Mineralstoffen. Das klingt überzeugend. Ich habe es freudig bestellt und getestet. Neben der hervorragenden Funktionalität blieb aber der Genuss und der Geschmack vollkommen auf der Strecke.

Stunde Null bei Trinkkost

Mittlerweile war ich mit meinem Medizinstudium so gut wie fertig, ich saß gerade in einem Café in Nicaragua, während meines letzten Auslandsforschungsaufenthalts. Ich skypte mit Stefan, meinem alten Schulfreund. Schon lange planten wir, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. „Dieses Soylent über das wir neulich gesprochen haben, meinst du man könnte da einen BIO-Shake machen, der aber trotzdem super schmeckt und alles hat was man braucht?“ fragte ich ihn. „Bestimmt geht das irgendwie“, antwortete er, „man muss nur herausfinden wie.“

Wenn mich jemand fragt, wann Trinkkost entstanden ist, muss ich immer an dieses Gespräch denken. Das war die Stunde Null bei Trinkkost. Und wir haben es herausgefunden! Probiert es selbst!

Im nächsten Blog erzählt euch Timon, was alles spannendes in Trinkkost drin ist, und warum es Trinkkost so besonders macht.

Gennadi, Trinkkost-Gründer